Energieeffizienz in Unternehmen

Energiespartipps fürs Büro sind in der Regel leicht umzusetzen – Energieeffizienz Maßnahmen hingegen sind ungleich anspruchsvoller. Da wäre zunächst die Frage, wie groß das Einsparpotenzial tatsächlich ist. Die Antwort ist stark abhängig von der Branche und – in der Industrie – von der Art des Produktionsprozesses. Soviel lässt sich grundsätzlich sagen: Unternehmen, die bereits die Produktionsplanung effizient auslegen, haben die realistische Chance, bis zu 70 Prozent einzusparen.

Energieverbrauch in der Industrie am höchsten

Der größte Stromverbraucher ist die Industrie: Ihr Anteil liegt bei über 40 Prozent. Am gesamten Energiebedarf der Industrie hat Wärme einen Anteil von etwa 75 Prozent. Gewerbe, Handel und Dienstleistungen verbrauchen knapp 30 Prozent. In diesem Sektor wird am meisten Strom für die Beleuchtung benötigt.

Energieeffiziente Beleuchtung und Geräte

In vielen Unternehmen lassen sich allein durch energieeffiziente Geräte und Beleuchtung bis zu 75 Prozent Stromkosten sparen. Dies bewies die von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) ins Leben gerufene Initiative EnergieEffizienz mit Hilfe eines Musterbüros.

Lastgang Analyse
Lastgang Analyse
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Energieeffizienz
Energieeffizienz

Intelligente Steuerung und Regelung reduzieren den Energieverbrauch

Steuerung und Regelung industrieller Maschinen und Anlagen haben erheblichen Einfluss auf den Energiebedarf eines Unternehmens. Allein durch Nachjustieren der Anlagen lassen sich bis zu fünf Prozent Strom einsparen! Denn wo Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen sowie Produktionsanlagen permanent perfekt aufeinander abgestimmt werden, lässt sich der Energieverbrauch massiv reduzieren. In der Praxis sind jedoch meist die einzelnen Komponenten nur auf den aktuellen Bedarf eingestellt und jede Änderung – beispielsweise die Anschaffung einer Wärmepumpe – erfordert die Anpassung des gesamten Systems.

Verbrauchsoptimierung betrifft aber nicht nur Technik und Gebäude, sondern ist ein Organisationsthema für den gesamten Betrieb. Deshalb sind Infrastruktur und betriebliche Prozesse in ihrem Zusammenspiel zu überprüfen und das Personal mit einzubeziehen. Dann werden sich die Kosten für die Einführung eines konsequenten betrieblichen Energieoptimierungsprogramms voraussichtlich in weniger als zwei Jahren amortisiert haben. So können Sie in Ihrem Unternehmen den Energieverbrauch durch intelligente Steuerung und Regelung reduzieren:

  • Abstimmung der Betriebszeiten und der betrieblichen Prozesse (Lastgang-Analyse)
  • Leistungs- und Energieoptimierungsprogramm
  • Intelligent gesteuerte Kälte-, Klima- und Lüftungsanlagen
  • Durchgängige Planung und Steuerung von Produktionsprozessen
  • Kraft-Wärme-Kopplung
  • Blindstromkompensation

Abstimmung der Betriebszeiten und der betrieblichen Prozesse (Lastgang-Analyse)

Unentdeckte Leistungsspitzen sind teuer. Denn zusätzlich zum tatsächlichen Verbrauch, wird die höchste abgenommene Leistungsspitze bei Gewerbekunden ermittelt und in Rechnung gestellt. Hohe Leistungsspitzen entstehen durch den gleichzeitigen Betrieb leistungsstarker Apparate und Maschinen. Der Lastgang bildet ab, wie viel Leistung im Unternehmen gleichzeitig in Anspruch genommen wird - und in aller Regel sind die Schwankungen enorm. Stille Verbräuche können dadurch erkannt und ausgeschaltet werden, ohne dass in den Produktionsablauf eingegriffen werden muss oder größere Investitionen nötig werden. Auch die Einführung flexibler Arbeitszeiten mit späterem oder früherem Arbeitsbeginn und nicht zuletzt die Anpassung der Regeltechnik können den Strompreis deutlich reduzieren.

Leistungs- und Energieoptimierungsprogramm

Ab einer gewissen Betriebsgröße lohnt sich ein umfassendes Gebäudeautomationssystem. Ein Leistungs- und Energieoptimierungsprogramm ermittelt zu jedem Zeitpunkt den Betriebszustand der Anlage, der in Bezug auf Energiekosten, CO2-Emissionen oder Primärenergiebedarf als Optimum ermittelt wurde. Soweit möglich, ist vorausschauend zu steuern. Hilfreich ist, die Vorlaufzeiten von Geräten zu definieren und wo möglich, zu verkürzen. Darüber hinaus erfasst eine intelligente Steuerung Kennzahlen und Störungsmeldungen der unterschiedlichen Energieversorgungsanlagen in einem einheitlichen System, um bei Störungen frühzeitig reagieren zu können.

Intelligent gesteuerte Kälte-, Klima- und Lüftungsanlagen

Durch Steuerung und Regelung der Klima- und Lüftungsanlage lassen sich die Energiekosten erheblich reduzieren. Zeitschaltuhren, Bewegungsmelder sowie Fenster- und Türkontakte sind hilfreich, um die Anlage an den tatsächlichen Bedarf anzupassen. Auch Sensoren für die Luftqualität in Bezug auf Feuchtigkeit oder CO2-Gehalt optimieren den Einsatz der Klima- und Lüftungstechnik. Und schließlich sind moderne Anlagen in der Lage, den Volumenstrom flexibel zu regeln. Mit Hilfe von Sensoren und Drehzahlregelungen der Ventilatoren kann beispielsweise der Luftvolumenstrom an die Tages- und Jahreszeit sowie an die Raumbelegung und die Luftqualität angepasst werden.

Die Betriebskosten von Kälteanlagen können durch den Einsatz modernster Technik zur Steuerung und Überwachung deutlich gesenkt werden. Damit die Anlage jederzeit im energetisch günstigsten Betriebszustand arbeitet, müssen technische Elemente wie Verdichter, Verflüssigerlüfter und Kühlstellen zentral gesteuert und geregelt werden. Die notwendigen Einstellungen und die Temperatur können sogar per Fernabfrage kontrolliert und bei Bedarf angepasst werden. Weil auch die intelligenteste Steuerung Planungsfehler nicht kompensieren kann, ist darauf zu achten, dass der Kalt- und der Warmbereich niemals direkt nebeneinander liegen.

Durchgängige Planung und Steuerung von Produktionsprozessen

In produzierenden Unternehmen werden große Mengen von Energie für Strom, Warm- oder Kaltwasser, Dampf oder Druckluft benötigt. Die erforderliche Energiezufuhr kommt aus den unterschiedlichsten Quellen. Das Kaltwasser zur Maschinenkühlung kann beispielsweise von einer Absorptions- oder Kompressionskältemaschine erzeugt werden. Eine kostenoptimierte Steuerung sorgt dafür, dass die jeweils passende Technik für die richtige Temperatur verwendet wird und sie erkennt auch, wenn im Winter die niedrigen Außentemperaturen zur Kaltwassererzeugung genutzt werden können. Aber „just-in-time“ erlaubt natürlich nicht, dass sämtliche Produktionsschritte, bei denen eine intensive Kühlung notwendig ist, nur in der kalten Jahreszeit stattfinden – die Flexibilität der Fertigung darf nicht unter den Sparanstrengungen leiden. Deshalb sind die Steuerung des Energieverbrauchs und die Steigerung der Energieeffizienz nur durch Automatisierungsmaßnahmen möglich.

Das Ziel ist es, Maschinen, Anlagen und auch ganze Fabriken so zu planen und zu steuern, dass immer nur so viel Energie verwendet wird, wie für den Produktionsprozess tatsächlich erforderlich ist. Tatsächlich aber ist der exakte Energieverbrauch, der im Laufe der verschiedenen Produktionsschritte anfällt, in vielen Fällen gar nicht bekannt. Noch arbeiten Forscher an Methoden, die die Optimierung und flächendeckende permanente Überwachung des energetischen Verhaltens einer Fabrik ermöglichen. In naher Zukunft wird sie – unter Berücksichtigung von Produktionszielen wie Qualität, Kosten und Zeit – permanent energieoptimal gesteuert werden können.

Weiterführende Informationen zum Herunterladen: Studie der DFG Forschergruppe ECOMATION: "Ein Ansatz zur energieeffizienten Planung und Steuerung einer Produktion"

Energie-Beratung
Energieeffizienz
Energieeffizienz

Energie-Beratung: Richtig gefördert

Guter Rat spart gut Geld. Denn eine professionelle Energie-Beratung hilft, die richtigen Maßnahmen für eine energetische Optimierung von Gebäuden oder Produktionsprozessen zu identifizieren und umzusetzen. So erhalten Unternehmer ohne großen Aufwand einen guten Überblick darüber, wo im Unternehmen noch Energie eingespart werden kann.

Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe und des Instituts für Ressourceneffizienz und Energiestrategien GmbH (IREES) ergab unter anderem, dass die relativen Einsparungen bei kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) in der Regel größer sind als bei großen Unternehmen. So kommt es bei sehr kleinen Unternehmen schon einmal vor, dass eine einzelne Maßnahme bereits Einsparungen von 30 Prozent am Gesamtenergieverbrauch ausmacht. Trotzdem investieren – laut einer Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) – gerade KMU selten in die Verbesserung der Energie-Effizienz. Um die Hemmschwelle abbauen zu helfen und die Anzahl der KMU zu erhöhen, die sich beraten lassen, fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ab dem 1. Januar 2015 eine professionelle Energie-Beratung. Das entsprechende Förderprogramm heißt: „Energie-Beratung im Mittelstand“.

Wie viel wird erstattet?

Unternehmen, die mehr als 10.000 Euro Energiekosten pro Jahr haben, bekommen 80 Prozent der förderfähigen Beratungskosten, höchstens aber 8.000 Euro erstattet.

Unternehmen, die weniger als 10.000 Euro Energiekosten pro Jahr haben, bekommen ebenfalls 80 Prozent, jedoch höchstens 800 Euro erstattet.

Wie muss die Energie-Beratung aussehen?

Gefördert werden hochwertige Energieaudits nach der EU-Effizienzrichtlinie. Das heißt, der Energieberater analysiert das bestehende Energieverbrauchsprofil von Gebäuden, Anlagen und Produktionsprozessen und ermittelt deren wirtschaftliches Einsparpotenzial. Darüber hinaus gibt er Tipps zur effektiveren Nutzung der Anlagen. Er begleitet außerdem die konkrete Umsetzung der Energiesparmaßnahmen und unterstützt das Unternehmen bei deren Inbetriebnahme. So stellt er sicher, dass alle besprochenen Maßnahmen richtig umgesetzt werden. Die Umsetzung der Maßnahmen ist ebenfalls förderfähig.

Energieeffizienz
Energieeffizienz

Wer kann die Förderung beantragen?

Der Staat fördert kleine und mittlere Unternehmen (egal ob Wirtschaft, Dienstleistung oder freie Berufe), die:

  • ihren Sitz in Deutschland haben
  • weniger als 250 Mitarbeiter beschäftigen
  • deren Jahresumsatz 50 Millionen Euro nicht übersteigt oder
  • deren Jahresbilanzsumme nicht mehr als 43 Millionen Euro beträgt

Die Unternehmen müssen den Antrag mit dem Kostenvoranschlag des Energieberaters vor Beginn der Beratung einreichen.

Welche Anforderungen muss ein Energieberater erfüllen?

Welchen Berater sie engagieren, entscheiden die Unternehmen selbst. Einzige Bedingung: Er muss vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zugelassen sein.

Um vom BAFA zugelassen zu werden, muss der Energieberater ein abgeschlossenes Studium in den Ingenieur- oder Naturwissenschaften vorweisen können, staatlich geprüfter Techniker sein oder in einer entsprechenden Fachrichtung die Meisterprüfung abgelegt haben. Der Nachweis seiner Zusatzqualifikation im Bereich der gewerblichen Energie-Beratung darf nicht älter als zwei Jahre sein. Der Energieberater muss überdies mindestens drei Jahre lang Erfahrung in diesem Beruf haben und neutral sein. Das heißt, er darf nicht mit dem Unternehmen selbst, einem Energieversorgungsunternehmen oder einem Unternehmen, das Energiesparprodukte vertreibt, in Verbindung stehen. 

Übrigens: Viele Bundesländer bieten auch auf regionaler Ebene Förderprogramme für die Energie-Beratung an. Welche Programme für welche Interessenten in Frage kommen, weiß der Energieberater.

Gebäudetechnik
Energieeffizienz
Energieeffizienz

Optimierte Gebäudetechnik für hohes Energie-Einsparpotenzial

Knapp 30 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs in Deutschland entfallen nach Angaben des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI auf das verarbeitende Gewerbe. Wo viel Energie verbraucht wird, wird in der Regel auch viel verschwendet: Insgesamt 14 Millionen Terrawattstunden Strom können laut ISI pro Jahr eingespart werden. Interessanterweise verbrauchen – nach einer Auswertung des statistischen Bundesamts und der Universität Göttingen – kleinere Betriebe mehr Energie pro Quadratmeter und Mitarbeiter als große Unternehmen. Es lohnt sich also für jeden Betrieb, die Gebäudetechnik in Hinblick auf die Energie-Effizienz genau unter die Lupe zu nehmen:

  • Heizung
  • Lüftung
  • Kältetechnik
  • Druckluft

Richtig einheizen

Die Optimierung der Heizungsanlage spart bis zu 30 Prozent Energiekosten ein. Etwa wenn der Heizkessel älter als sieben Jahre ist, ein Pufferspeicher fehlt oder mit Strom bzw. Heizöl geheizt wird. Dann sollte nämlich auf Gas umgerüstet werden. Außerdem ist es wichtig, den Heizkessel regelmäßig von einem Fachmann warten und reinigen zu lassen. Falls noch nicht vorhanden, sollten auf jeden Fall eine automatische Heizungssteuerung und Abgasklappen nachgerüstet werden. Auch eine Wärmedämmung am Verteilersystem bringt eine entscheidende Energie-Ersparnis. Oft lohnt es sich sogar, die Heizanlage vollständig gegen eine Holz- oder Pelletheizung, Solarthermie oder ein Blockheizkraftwerk auszutauschen. Die Investitionskosten haben sich schon nach wenigen Jahren amortisiert.

Weiteres Einsparpotenzial bietet die Abwärme, die bei vielen Industrie- und Handwerksbetrieben als „Nebenprodukt“ der Fertigungsprozesse entsteht. Schon die Abluft aus Räumen mit einer Temperatur ab 15 Grad Celsius kann mit Luft/Wasser-Wärmepumpen zur Warmwasserbereitung oder zur Unterstützung der Heizung verwendet werden. Die Temperatur muss lediglich höher sein als der Siedepunkt des verwendeten Kältemittels. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie viel Abwärme im jeweiligen Unternehmen verursacht wird und wofür sie genutzt werden soll. Selbst Büros mit Serverräumen bieten reichlich Potenzial, die entstehende Abwärme sinnvoll zu nutzen.

Energieeffizienz
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Weniger Verbrauch, mehr Wohlfühlklima

Viele Lüftungsanlagen bergen ein Einsparpotenzial von bis zu 25 Prozent. Um welche Menge der Energieverbrauch durch eine Optimierung reduziert wird, hängt vom Alter der Lüftungstechnik, der Bauart des Rohrnetzes sowie von der Integration der Heizungs- und Klimaanlage ab. Die Renovierung der Lüftungsanlage erscheint zunächst teuer, die Investition lohnt sich aber doppelt: Die Anlage verbraucht weniger Energie und das Raumklima verbessert sich spürbar. Außerdem führt die Renovierung meist zu einer Reduzierung des Lärmpegels. Mögliche Sofortmaßnahmen: das Einbauen eines Wärmetauschers, die Reinigung des Filters und eine Verringerung der Strömungsgeschwindigkeit. Oft ist es sinnvoll, veraltete Technik auszutauschen und regelbare Lüfter und Sensoren anzubringen.

Lüftungsanlagen
Lüftungsanlagen

Stromfresser Kältetechnik

Kühltechnik verbraucht richtig viel Energie. Deshalb lohnt es sich auf jeden Fall, in die Verbesserung der Effizienz zu investieren. Eine effiziente Kühltechnik spart immerhin bis zu 30 Prozent Energiekosten ein. Allein eine gute Wärmedämmung bringt schon eine Ersparnis von bis zu 15 Prozent. Außerdem lohnt es sich, den Standort der Kühlung an die Prozessabläufe im Unternehmen anzupassen. Die Installation von Wärmerückgewinnungstechnik spart bis zu 80 Prozent der Energiekosten. Wichtig sind auch hier die regelmäßige Wartung und Reinigung der Technik durch Fachleute.

Kühlanlagen
Kühlanlagen

Wenn Luft teuer wird ...

Druckluftsysteme werden bei der Energie-Effizienz-Analyse häufig vergessen, dabei verbraucht ein Druckluftkompressor nicht wenig Strom. Die Optimierung von Druckluftsystemen bringt immerhin bis zu 50 Prozent Energie-Ersparnis. Druckluftanlagen verlieren häufig durch Lecks, defekte Ventile und Rohre, Schmutz oder Anschlussfehler an Leistung und damit wertvolle Energie. Oft wird auch übersehnen, dass die Wärmeentwicklung bei großen Anlagen im Winter zur Unterstützung der Heizung verwendet werden kann, das spart bis zu 94 Prozent Energie ein! Allein der Einbau von Zeitschaltuhren bringt 20 bis 80 Prozent Ersparnis.

Sanierung Heizung
Energieeffizienz
Energieeffizienz

Neue oder alte Heizung? Auf die Einstellung kommt es an!

Wie entsteht Wohlfühlklima in Büros, Unternehmen und zu Hause? Durch die richtige Temperatur – für die meisten liegt sie bei etwa 20 Grad. Bereits ein Grad weniger senkt den Energieverbrauch um sechs Prozent. Aber um welchen Preis? Frierende Mitarbeiter sind womöglich nicht die beste Lösung, um Energie zu sparen, die Wahl des richtigen Heizsystems schon.

Mit der richtigen Einstellung können auch ältere Heizungsanlagen noch wirtschaftlich betrieben werden, wenn einige Dinge beachtet werden:

  • Auf Änderungen der Außentemperatur reagieren
  • Nicht alle Räume gleich beheizen
  • Heizkörper nicht zustellen oder -hängen
  • Regelmäßig Heizkörper entlüften
  • Im Winter nur kurz stoßlüften

Mit geringen Investitionen kann eine bestehende Anlage effizienter gemacht werden

1: Thermostatventile installieren und maximale Temperatur voreinstellen

Wenn an den Heizkörpern bisher keine Thermostate installiert sind: unbedingt nachrüsten! Sie regeln die Temperatur der Heizkörper individuell für jeden Raum und senken den Energieverbrauch um bis zu 20 Prozent. Für Räume in öffentlichen Gebäuden empfiehlt es sich, bei den Thermostaten Maximaltemperaturen festzulegen. Dann kann die Temperatur nicht willkürlich von jedermann hochgedreht werden.

2: Rohrleitungen, Armaturen und Speicher dämmen

Durch die Dämmung von Rohrleitungen können über 20 Prozent des Energieverbrauchs eingespart werden. Oft werden zwar die Leitungen gedämmt, aber Bauteile wie Armaturen und Ventile vergessen. Doch auch dort geht jede Menge Energie verloren.

3: Hydraulischer Abgleich

In einem Zentralheizungssystem sollte darauf geachtet werden, dass Absperrventile in den Rohren für jeden Heizkörper die gewünschte Heizleistung sicherstellen. Sonst kann es passieren, dass in einem mehrstöckigen Gebäude zwar das Erdgeschoss warm wird, höher gelegene Etagen jedoch kalt bleiben. Der hydraulische Abgleich des Wasser-Volumenstroms in den Rohren verbraucht im Gegensatz zur Erhöhung des Pumpendrucks oder der Gesamttemperatur keinerlei zusätzliche Energie.

4: Leistungsanpassung

Viele Heizkessel und Heizungsanlagen sind überdimensioniert und liefern zu hohe Leistungen. Bei Öl- und Gaskesseln kann ein Fachmann die Leistung reduzieren, indem er die Düse verkleinert. Der Einbau eines Pufferspeichers verlängert die Laufzeiten pro Brennerstart, wodurch weniger Startvorgänge nötig sind und weniger Energie verbraucht wird.

5: Einstellung der Vorlauftemperatur

Die Vorlauftemperatur (beispielsweise die Temperatur des Wassers im Kessel, das in den Heizkreis gepumpt wird) sollte möglichst niedrig gewählt werden. Wo früher häufig 90 Grad Celsius benötigt wurde, kommen heutige Niedertemperatur-Heizungen meist schon mit 55 Grad aus. In Verbindung mit Wärmepumpen und Solarheizung genügen den Flächenheizungen oft sogar Vorlauftemperaturen von rund 30 Grad.

Bei neuen Heizungsanlagen ist es Pflicht, die Vorlauftemperatur in Abhängigkeit von der Außentemperatur einzustellen. Wenn ältere Anlagen keine Steuerung dafür besitzen, kann der Wert unter Umständen manuell eingegeben werden. Diese Maßnahme ist sinnvoll, wenn beispielsweise das Gebäude neu gedämmt wurde.

Energieeffizienz
Energieeffizienz

Das bestehende Heizungssystem soll saniert werden?

Dann muss entschieden werden, welcher Energieträger und welches Heizungssystem zu den jeweiligen Anforderungen passen. Öl oder Gas? Holz oder Strom? Die Energieträger unterscheiden sich erheblich in Bezug auf ihren Wirkungsgrad sowie bei den technischen und räumlichen Bedingungen:

Öl

Neue Gebäudeheizungen sind entweder Niedertemperatur- oder Brennwertheizungen. Die Ölbrennwerttechnik gehört zu den effizientesten Heiztechniken. Denn im Gegensatz zu konventionellen Anlagen, bei denen heiße Abgase durch den Schornstein entweichen, wird hier dem Abgas auch die im Wasserdampf gebundene Kondensationswärme entzogen. Diese kann das Heizsystem zusätzlich unterstützen, sodass Heizöl nahezu verlustfrei in Nutzwärme umgewandelt wird. Wirkungsgrad: bis 106 Prozent. An die Öllagertanks – vor allem an unterirdische – werden jedoch sehr hohe Anforderungen in Bezug auf die Sicherheit gestellt.

 Erdgas

Die Brennwerttechnik erreicht Wirkungsgrade von 111 Prozent. Da das Gas nicht bevorratet werden muss, wird keine Lagerfläche benötigt.

Flüssiggas

Anwendungen und Technik von Flüssiggasheizungen entsprechen denen bei Erdgasheizungen. Auch der Wirkungsgrad liegt im selben Bereich. Erdgaskessel können häufig auf Flüssiggas umgerüstet werden. Problem: Die Gastanks gelten als explosionsgefährdeter Bereich und müssen speziell geschützt werden.

Holz

Hackschnitzel- oder Holzpelletfeuerungsanlagen erfordern zurzeit noch höhere Investitionskosten als Gas- und Ölanlagen. Außerdem benötigen sie einen trockenen Lagerraum.

Wärmepumpe

Bei einer Wärmepumpe entzieht der Verdampfer der Umwelt (Wasser, Erdreich, Außenluft, Raumluft) Wärme und führt diese über den Verflüssiger dem Heizsystem (Fußbodenheizung, Radiatoren) zu. Der Wirkungsgrad ist vergleichbar mit dem einer herkömmlichen Heizanlage. Ein Vorteil ist die Vielseitigkeit der Wärmepumpe, da sie je nach Bauart und Wärmequelle auch zur Kälteerzeugung verwendet werden kann.

Elektroheizung

In manchen Häusern gibt es noch Nachtspeicherheizungen. Sie verursachen in der Regel geringe Installations- und Wartungskosten, werden mit Nachtstrom aufgeladen und geben tagsüber die gespeicherte Energie als Wärme ab. Es ist jedoch meist sehr ineffizient einen Raum oder ein Gebäude ausschließlich mit elektrischer Energie zu beheizen.

Abwärme/ Kälte
Energieeffizienz
Energieeffizienz

Kälte aus Wärme – und umgekehrt

Kälte wird in vielen Unternehmensbereichen benötigt: beispielsweise zur Konservierung von Lebensmitteln, zum Klimatisieren von Rechenzentren und Serverräumen, zum Kühlen von Büroräumen oder Motoren bei Produktionsvorgängen. Für die Kältegewinnung kommen vor allem zwei Verfahren infrage: durch Verdunsten (Wechsel des Aggregatzustands, teilweise ohne Energiezufuhr, von flüssig zu gasförmig unterhalb der Siedetemperatur) oder durch Verdampfen (der Wechsel des Aggregatzustands, zwingend mit Energiezufuhr, von flüssig zu gasförmig oberhalb der Siedetemperatur).

Da der Wirkungsgrad des Verdunstens nicht besonders hoch ist, setzt die Industrie in der Regel auf die Technik des Verdampfens. Dabei kommen Kompressionskälteanlagen zum Einsatz, die mit Hilfe von Druck die Siedetemperatur so weit heruntersetzen, dass sie unterhalb der Zieltemperatur liegt. Um diesen Druck zu erzeugen, benötigt man Strom. Wo der Vorteil der Kälteerzeugung durch Verdunsten nutzbar ist, also Wärme aus Produktionsprozessen zum Tragen kommt, sollte dieses Verfahren bevorzugt werden.

1. Wärme aus Kälte sinnvoll nutzen

5 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms entfallen auf die Kühlung bzw. Klimatisierung. Aufgrund ihres höheren Wirkungsgrads kommen dabei hauptsächlich Kompressionskälteanlagen zum Einsatz. Betrachtet man diese Technik ganzheitlich, ist sie aber nicht sonderlich effizient – vor allem nicht im Hinblick auf das Ziel, Ressourcen zu schonen. Um die Umweltbilanz zu verbessern und Stromkosten einzusparen, gibt es heute eine Reihe von Möglichkeiten, die beim Kühlen entstehende Abwärme der Anlagen sinnvoll zu nutzen.

Schon die Abluft aus Räumen mit einer Temperatur von 15 bis 26 Grad Celsius kann mithilfe von Luft/Wasser-Wärmepumpen zur Warmwasserbereitung oder zur Unterstützung der Heizung verwendet werden. In bestimmten Fällen, in denen die Abwärmetemperatur besonders hoch wird (120 Grad Celsius), lässt sie sich mit Hilfe einer Organic-Rankine-Cycle-Anlage (ORC) sogar zur Stromerzeugung nutzen. Die ORC-Anlage funktioniert wie eine Dampfturbine, die statt Wasserdampf organische Flüssigkeiten mit einer niedrigeren Verdampfungstemperatur verwendet. Ob sich solche Maßnahmen lohnen, hängt immer davon ab, wie viel Abwärme jeweils entsteht und wofür sie genutzt werden soll.

Selbst kleine Maßnahmen helfen, die Energie-Effizienz einer Anlage deutlich zu verbessern:

  • Die Prozesstemperatur so exakt wie möglich einstellen
  • Auch Verdampfungs- und Kondensationstemperatur müssen richtig eingestellt sein (je kleiner die Differenz, desto effizienter arbeitet die Maschine)
  • Auf den optimalen Standort achten – lange Wege bedeuten Energieverlust
  • Auch Rohrleitungen und Armaturen sollten gut gedämmt sein, damit keine Energie entweichen kann

2. Kälte aus (Ab-)Wärme erzeugen

Viele Unternehmen investieren zwar in energiesparende Geräte und Prozesse, vergessen dabei aber völlig die Wärmeenergie, die sie selbst „aus Versehen“ produzieren. Sie entsteht bei vielen Industrie- und Handwerksbetrieben als Abwärme aus Produktionsprozessen und wird viel zu oft ungenutzt durch den Schornstein an die Umgebung abgegeben. Hier liegt ein enormes Potenzial für die effizientere Nutzung von Energie, die sowieso entsteht.

Eine Möglichkeit, diese Wärmeenergie (vor allem auch im Sommer) sinnvoll zu nutzen, ist die Verwendung von sorptionsbasierten Kältemaschinen. Diese nutzen die Kälte, die durch Verdunstung von Flüssigkeiten entsteht. Wenn Flüssigkeiten verdunsten, wird der Umgebung Wärme entzogen und damit deren Temperatur gesenkt. Um aus diesem physikalischen Vorgang genug Kälte für Temperaturen zwischen null und fünf Grad Celsius produzieren zu können, benötigen absorptionsbasierte Kältemaschinen Abwärmetemperaturen zwischen 80 und 160 Grad Celsius. Stehen nur Abwärme-Temperaturen zwischen 60 und 95 Grad Celsius zur Verfügung, kommen Adsorptionskältemaschinen zum Einsatz, die immerhin noch Kaltwasser mit fünf bis zwölf Grad Temperatur erzeugen.

Übrigens: Nach diesem Prinzip verschafft sich auch der menschliche Körper Kühlung – durch das Verdunsten von Schweiß auf der Haut.

Info: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) fördert energiesparende Investitionen für Kälteanlagen. Darunter fallen:

  • Beratungsmaßnahmen
  • Sanierung von Bestandsanlagen
  • Errichtung von Neuanlagen
  • Errichtung von Sorptionskälteanlagen und sonstigen Klimaanlagen
  • Maßnahmen zur Nutzung von Abwärme aus Produktionsprozessen und Kälteanlagen
Wärme aus Kälte sinnvoll nutzen
Wärme aus Kälte sinnvoll nutzen
Lüftung/ Klima
Energieeffizienz
Energieeffizienz

Die Luft zum Atmen

In jedem geschlossenen Raum verschlechtert sich die Luftqualität mit der Zeit. Dafür sind verschiedene Faktoren verantwortlich: Erhöhung der CO2-Konzentration durch Atmung von Menschen und Tieren, Abgabe von Wasserdampf von Menschen, Tieren und Pflanzen, Ausdunstungen verschiedener Einrichtungsgegenstände, Lackdämpfe, Rauch, Staub, Abwärme etc. Deshalb kommen die meisten Unternehmen um eine Lüftungsanlage gar nicht herum. Doch nicht jede Anlage ist für jeden Zweck gleichermaßen geeignet. Ist sie überdimensioniert, verbraucht sie unnötig Energie. Ist sie unterdimensioniert, bleibt die Luftqualität schlecht. Hier erfahren Sie, welches Lüftungssystem für welche Bedingungen am besten geeignet ist.

Lüftungssysteme

Frei Lüftung

Die freie Lüftung kommt ganz ohne Technik aus, denn sie nutzt den thermischen Auftrieb warmer, schadstoffbelasteter Luft aus. Diese steigt nach oben und kann durch Luftaustrittsöffnungen im Dachbereich ausströmen. Frische Luft strömt dann durch tiefer liegende Öffnungen an den Außenwänden wieder herein. Diese Art der Belüftung eignet sich hauptsächlich für Betriebe mit hoher Wärmeentstehung.

Entlüftung

Das Prinzip der Entlüftung funktioniert ähnlich wie die freie Lüftung. Allerdings wird hier die Abluft durch einen Ventilator mechanisch nach draußen befördert. Frische Luft kommt dann aus Öffnungen von benachbarten Räumen oder direkt aus dem Freien. Durch das Absaugen entsteht ein Unterdruck, der verhindert, dass sich schlechte Luft in Form von Gasen, Gerüchen oder warmen Temperaturen ausbreiten kann. Diese Methode wird hauptsächlich in Küchen, Labors und Tierställen angewendet. Durch Wärmepumpen kann die Abluft zur Wassererwärmung verwendet werden.

Belüftung

Anders als bei der Entlüftung wird die frische Luft hier von draußen nach innen gesaugt. Die Abluft entweicht dann durch Türen, Fenster oder undichte Stellen. Ist die Außenluft zu kalt, wird sie vorher mit einem Lufterhitzer auf die gewünschte Raumtemperatur erwärmt. Diese Methode eignet sich für Räume, in denen keine schlechte Luft entsteht, die sofort abgeführt werden muss.

Be- und Entlüftung kombiniert

Eine Kombination aus Be- und Entlüftung ist in großen Räumen, wie Werkhallen, Gaststätten und Sälen sinnvoll. Auch hier ist in der Regel eine Wärmerückgewinnung möglich.

So lassen sich vorhandene Lüftungen optimieren

Installation von Wärmerückgewinnungssystemen

Die größte Energieeinsparung bringt wohl die Installation eines Wärmerückgewinnungssystems. Ein System mit einem Wirkungsgrad von 70 Prozent (Rotations-Wärmetauscher, Kreislaufverbund-Wärmetauscher oder Wärmerohr-Wärmetauscher) kann eine Ersparnis von rund 550 Kilowatt pro Stunde bringen. Der Einspareffekt hängt natürlich auch von der Außentemperatur ab.

Energieeffizienz
Energieeffizienz

Optimieren der Luftmengen

Wie oft die Raumluft pro Stunde ausgewechselt und wie viel Luft dabei befördert werden muss, hängt von der Belastung ab: Wie viele Personen nutzen den Raum? Gibt es zusätzliche Geruchsbelästigungen durch Lacke, Gase oder Ähnliches? Je weniger Luft transportiert werden muss, desto niedriger ist der Energieverbrauch.

Wie lassen sich Druckverluste im Lüftungssystem vermeiden?

  • Absenkung der Luftgeschwindigkeit
  • Weniger Reibungsverlust durch runde anstatt eckiger Kanäle
  • Verkürzen der Kanäle
  • Vermeidung unnötiger Prozesse wie Tropfenabscheider, Kühler oder Heizer
IT/ Geräte
Energieeffizienz
Energieeffizienz

Energieeffizente IT ist langlebig und mobil

Ohne moderne Informations- und Kommunikationstechnik kommt längst kein Unternehmen mehr aus. IT bzw. IKT ist inzwischen zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden und gewinnt sogar noch weiter an Bedeutung. Natürlich verbraucht die IKT auch eine Menge Strom – Energie-Effizienz ist also ein zentrales Thema.

Wir sprechen hier nicht nur von den aktuell rund 26,5 Millionen Arbeitsplatz-Computern, die zusammen etwa vier Terawattstunden Strom im Jahr verbrauchen. Auch Smartphones, Tablets und Laptops gehören in vielen Unternehmen immer häufiger zur Grundausstattung. Dies führt dazu, dass auch die Server und Rechenzentren immer leistungsfähiger werden müssen – auf sie entfallen etwa 15 Prozent des weltweiten IKT-Stromverbrauchs.

Da mehr Technologie immer auch mehr Stromverbrauch bedeutet, lohnt sich der Blick auf den Optimierungsbedarf für kleine und große Unternehmen gleichermaßen. Wer den Verbrauch reduzieren kann, schont nicht nur die Umwelt, sondern auch das Budget. Die Rede ist immerhin von einem Einsparpotenzial von bis zu 75 Prozent bei IKT in Unternehmen.

Hier können Sie Energie sparen:

1. Server und Rechenzentrum
2. Computer am Arbeitsplatz

3. Moderne Kommunikationstechnik

1. Weniger ist manchmal mehr

Die Anforderungen an Datenspeichersysteme und Rechenleistung steigen kontinuierlich. Der Grund: zunehmende Digitalisierung in immer mehr Lebensbereichen, Cloud-Computing, umfassende Nutzung zentraler IT-Ressourcen sowie der sozialen Netzwerke. So wurden im Jahr 2012 schon 2,8 Zettabyte (das sind unglaubliche 2,8 Trilliarden Byte!) an Daten verarbeitet. Bis zum Jahr 2020 soll das „digitale Universum“ sogar auf insgesamt 40 Zettabyte anwachsen. Kein Wunder also, dass auch der Stromverbrauch der Rechenzentren und Server stetig ansteigt. Rund vier mittelgroße Kohlekraftwerke sind notwendig, um die Rechenzentren in Deutschland mit Energie zu versorgen. Da durchschnittlich 50 Prozent der Kosten, die ein Rechenzentrum verursacht, Energiekosten sind, ist auch das Einsparpotenzial beträchtlich.

Wer sich einen Überblick darüber verschaffen will, wo welche Energiemengen eingespart werden können, muss erst einmal wissen, was in welchem Zusammenhang verbraucht wird. In den genormten 19-Zoll-Serverschränken erfassen so genannte Power Distribution Units (PDUs) den Energieverbrauch der einzelnen Geräte, um Potenziale zur Optimierung der Serverauslastung herauszufinden. Nicht selten stellt sich dabei heraus, dass das Unternehmen nur einen Teil der verfügbaren Rechenleistung braucht und sogar „abrüsten“ kann. Tatsächlich sind die Rechenzentren in Deutschland derzeit nur zwischen 20 und 50 Prozent ausgelastet. Mit Hilfe von PDUs sichern sich die Betreiber einen besseren Überblick und erfahren konkret, wo große Verbraucher sind und ob Sparmaßnahmen Erfolg haben. 

Eine verblüffend einfache und dabei noch kostenlose Einsparmaßnahme ist die Anhebung der Raumtemperatur auf 26 Grad Celsius (schadet der Technik nicht). Durch den geringeren Aufwand für die Kühlung sinkt der Energieverbrauch um bis zu einem Fünftel. Die entstehende Abwärme lässt sich nebenbei zur Unterstützung der Gebäudeheizung verwenden. (Link zu „Abwärme und Kälte“ und zu „Gebäudetechnik – richtig einheizen)

Wer maximal viel Energie und sonstige Ressourcen sparen möchte, steigt auf virtuelle Server um, die im Einzelnen weder erneuert noch gewartet werden müssen. Man nutzt dabei den Umstand, dass eine leistungsfähige Plattform wirtschaftlicher ist als viele kleinere Plattformen. Noch effizienter ist die Möglichkeit, Daten und Rechenleistung mit Hilfe des Internets (oder des Intranets) per „Cloud Computing“ zu verwalten.

Muss Hardware ausgetauscht werden, lohnt es sich, darauf zu achten, dass sie energieeffizienter ist als die Vorgängersysteme.

Laut einer Prognose des Borderstep Instituts für Innovation und Nachhaltigkeit in Berlin wird bis zum Jahr 2020 die Zahl der Computer an Arbeitsplätzen von derzeit 26,5 Millionen auf rund 37 Millionen ansteigen. Jeder dieser Rechner verbraucht jährlich etwa so viel Strom wie ein effizienter Kühlschrank. Die Umstellung von Desktop-PCs auf Laptops reduziert den Verbrauch pro Gerät um rund 75 Prozent. Da der größte Energie- und Ressourcenverbrauch aber schon bei der Produktion anfällt, ist es vernünftig, die Umstellung dann vorzunehmen, wenn sowieso ein Wechsel der Geräte fällig wäre. Denn – neben dem Energieverbrauch – ist auch die Langlebigkeit ein wichtiger Faktor.

Wer auch in Zukunft einen Desktop-Computer bevorzugt, kann wenigstens das Einsparpotenzial beim Monitor nutzen. An den alten Röhrenmonitoren festzuhalten, gibt es jedenfalls längst keinen Grund mehr, denn moderne Flachbildschirme verbrauchen nur rund die Hälfte des Stroms und schonen dabei noch die Augen.

Auch effizientes Nutzerverhalten trägt zum Sparen bei. So sind grafisch aufwändige Bildschirmschoner nicht nur überflüssig – sie verbrauchen auch unnötig Energie. Abends den Bildschirm nicht nur auszuschalten, sondern auch den Netzstecker zu ziehen, bringt eine weitere Einsparung.

Energieeffizienz
Energieeffizienz

3. Gute Nachricht für „digital natives“:

Mobile Technik spart Strom Zwar verursacht die flächendeckende Nutzung moderner Kommunikationstechnologien wie Smartphone, Tablet und Co. Stromkosten, die zu „nicht-mobilen“ Zeiten einfach nicht anfallen konnten, dennoch fallen die Kosten für die Mobilen nicht allzu sehr ins Gewicht. Denn selbst wenn Smartphones und Tablets täglich aufgeladen werden, kostet der Strom dafür gerade mal zwei bzw. vier Euro im Jahr. Obendrein ersetzt die Nutzung mobiler Technik häufig den Einsatz von Geräten, deren Verbrauch wesentlich höher wäre. Oft können Tablets sogar große Desktop-Computer ersetzen.

In vielen Fällen ist es auch nicht mehr zwingend nötig, sich zu jeder Besprechung mit Kunden und Kollegen persönlich zu treffen – eine Telefon- oder Videokonferenz bietet nahezu gleiche Bedingungen. Das spart Zeit und verursacht weniger CO2 als die Nutzung des Firmenwagens. Online-Seminare und Webinare erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, weil sie weder für den Kursleiter noch für die Teilnehmer eine physische Anwesenheit erfordern. Wer auf diese Weise Distanzen überwindet, ohne die Umwelt durch Abgase zu verschmutzen, trägt viel zur Einsparung bei. Ein praktischer Nebeneffekt: Die virtuellen Helfer können Arbeitnehmer dabei unterstützen, ihre Familie und den Beruf besser unter einen Hut zu bekommen und sorgen so nebenbei für zufriedenere Mitarbeiter.

Beleuchtung
Energieeffizienz
Energieeffizienz

Es werde sparsam Licht!

Zwischen 5 und 20 Prozent der Energiekosten von Betrieben entfallen auf die Beleuchtung. Bei reinen Bürogebäuden können es sogar bis zu 50 Prozent sein. Damit ist die Beleuchtung ein erheblicher Kostenfaktor, der beim Sparen allerdings oft ignoriert wird. Werden herkömmliche Glühlampen durch energiesparende Beleuchtung, beispielsweise moderne LEDs, ersetzt, können auf Anhieb bis zu 80 Prozent der Energiekosten eingespart werden. Damit rechnet sich der höhere Anschaffungspreis schnell.

Aber auch vermeintlich sparsames Licht kann häufig noch optimiert werden – ohne dass gleich das gesamte Beleuchtungssystem ausgewechselt werden muss. Kleine Maßnahmen helfen bereits effektiv, weniger Strom zu „verbrennen“.

So lässt sich mit Sicherheit bares Geld sparen:

1. Leuchtmittel überprüfen
2. Lichtausbeute optimieren
3. Licht nur, wenn nötig
4. Beleuchtungsniveau anpassen

1. Energiesparende Leuchtmittel

Natürlich ist die Wahl des richtigen Leuchtmittels dafür ausschlaggebend, in welchem Umfang bei der Beleuchtung Energie eingespart werden kann. Aus gutem Grund wurde die herkömmliche Glühbirne bereits aus dem Kaufhaussortiment verbannt und darf seit September 2012 nicht mehr offiziell als Haushaltslampe verkauft werden. Sie verbraucht sehr viel Energie und kann nur fünf Prozent davon in Licht umwandeln – der Rest geht als Wärmeenergie verloren. Es ist also auf jeden Fall ratsam, sie gegen neue, energiesparende Leuchtmittel auszutauschen.

Doch welches ist für welchen Zweck die beste Wahl? Wir wollen Ihnen diese Entscheidung erleichtern und stellen Ihnen die besten Alternativen vor.

Energieeffizienz
Energieeffizienz

Halogenlampe

Halogenlampen besitzen wie Glühlampen einen Glühdraht. Bei Halogenlampen entwickelt er höhere Temperaturen, was die Effizienz etwas verbessert. Halogenlampen verbrauchen rund 30 Prozent weniger Energie als Glühbirnen, ihre Lichtausbeute liegt bei rund 20 Lumen pro Watt. Die durchschnittliche Leuchtdauer beträgt 2.000 bis 3.000 Stunden. Sie wird allerdings erheblich reduziert, wenn gedimmt wird. Wegen ihrer guten Farbwiedergabe und der schönen warmweißen Farbtemperatur werden Halogenlampen überall dort eingesetzt, wo es auf eine ästhetische Beleuchtung ankommt, beispielsweise bei der Beleuchtung von Kunstwerken. Das Schicksal, von der EU verbannt zu werden, könnte auch ihnen bald drohen.

Kompaktleuchtstofflampe

Die Quecksilber-Dampf-Niederdrucklampe ist auch als Energiesparlampe bekannt. Sie spart im Vergleich zur Glühlampe tatsächlich rund 80 Prozent Energie ein und leuchtet 6.000 bis 10.000 Stunden lang. Allerdings verringert häufiges Ein- und Ausschalten die Lebensdauer. Das Lichtspektrum ist im Gegensatz zur Glühlampe nicht sehr gleichmäßig, was den Eindruck von kälterem Licht entstehen lässt. Weil diese Leuchten giftiges Quecksilber enthalten, müssen sie bei autorisierten Sammelstellen sachgemäß entsorgt werden, sonst sind sie ökologisch nicht akzeptabel.

Halogenmetalldampflampe

Hier entsteht Licht durch Gasentladungen. Lichtausbeute und Farbwiedergabe sind extrem hoch, weshalb sie für Filmsets und Theaterbeleuchtung, zur Ausleuchtung von Ladengeschäften oder als Aquarienbeleuchtung eingesetzt werden. Sie liefern zwischen 50 und 117 Lumen pro Watt. Im Vergleich zur Glühbirne beträgt die Energieeinsparung über 85 Prozent. Allerdings sind die Anschaffungskosten recht hoch.

LED

Die kleinen Leuchtdioden stellen heute für viele verschiedene Einsatz-Zwecke wohl die effizienteste Beleuchtung dar. Inzwischen sind sie in unterschiedlichen Farbtemperaturen und Farben erhältlich. Auch die Lichtausbeute steigt stetig: Momentan sind bis zu 300 Lumen pro Watt möglich – die Grenze des physikalisch Möglichen (350 Lumen pro Watt) ist damit in Sichtweite. Kommerziell erhältlich sind im Moment allerdings „nur“ LEDs mit einer Lichtausbeute von rund 150 Lumen pro Watt. Ein großer Vorteil von LED-Beleuchtung liegt darin, dass sie keine Wärme abstrahlt. Auch die beachtliche Lebensdauer von 25.000 bis 45.000 Stunden wird durch häufiges Ein- und Ausschalten nicht reduziert. Die Energieeinsparung gegenüber Glühbirnen beträgt bis zu 89 Prozent.

Natriumdampflampe

Die Natriumdampflampe ist zwar das effizienteste Leuchtmittel, kann aber wegen des monochromatischen Lichts – ein gelborangener Farbton – nur dort eingesetzt werden, wo es nicht auf korrektes Farbensehen ankommt. So wird sie vor allem als Nachtbeleuchtung auf Straßen oder in Dunkelkammern eingesetzt. Die Lichtausbeute beträgt 100 bis 200 Lumen pro Watt. Natriumdampflampen verbrauchen über 95 Prozent weniger Energie als Glühbirnen.

2. Lichtausbeute optimieren

Haben Sie sich schon einmal vergewissert, ob die Lichtleistung der vorhandenen Leuchten vollständig ausgenutzt wird? Dabei können scheinbar simple Faktoren wie die Positionierung der Lampe bereits eine große Rolle spielen. Fällt das Licht tatsächlich in die benötigte Richtung? Kann bei hohen Räumen die Aufhängehöhe reduziert werden?

Oft vernachlässigt wird die regelmäßige Reinigung der Leuchten, die für die Erhaltung des Helligkeitsniveaus wichtig ist. In Büros sind außerdem Leuchten mit lichtdurchlässigen Schirmen zu empfehlen. Diese spenden nicht nur direktes Platzlicht, sondern erhellen auch die nähere Umgebung mit leichtem Streulicht. Dadurch kann häufig die Zuschaltung einer weiteren Lichtquelle vermieden werden.

Und sollten Renovierungsarbeiten anstehen: Weiße Wände und Decken sind hilfreich, um das vorhandene Licht besser zu lenken und zu nutzen, da dunkle Farben das Licht größtenteils absorbieren.

Je nach Raumnutzung und Ist-Zustand können durch diese Maßnahmen zwischen 20 und 50 Prozent Energie gespart werden.

3. Licht nur, wenn nötig

Der letzte schaltet das Licht aus! – Die Regel kennt jeder, dennoch gibt es immer wieder Lampen, die am Feierabend eben doch vergessen werden. Die Folge ist ein enormer und völlig unnötiger Stromverbrauch. Um das zu verhindern, hilft ein Zentralschalter, mit dem über Nacht die gesamte Beleuchtung abgeschaltet wird.

In großen Räumen sollten die Lichtquellen so angebracht sein, dass einzelne Bereiche getrennt beleuchtet werden und getrennt voneinander schaltbar sind. So kann auf eine „Festtagsbeleuchtung“ verzichtet werden, indem an nicht genutzten Bereichen oder an der Fensterseite das Licht ausgeschalten wird.

In wenig frequentierten Räumen wie Fluren, Treppenhäusern, Nebenräumen und auf der Toilette wird das Abschalten des Lichtes besonders oft vergessen. Hier hilft die Installation von Bewegungsmeldern, die an die Lichtschalter gekoppelt sind. Sie bringen eine erstaunliche Ersparnis von 20 bis 80 Prozent! Ebenso sinnvoll beim „Lichtmanagement“ ist eine Abschaltautomatik, durch die nach einer bestimmten Zeit das Licht automatisch ausgeschaltet wird. Auch diese kleine Investition bringt Einsparungen von 20 bis 80 Prozent.

4. Beleuchtungsniveau anpassen

Grundsätzlich sollte für ein niedriges Beleuchtungsniveau bei der Allgemeinbeleuchtung und für eine hohe Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz gesorgt werden. Das heißt, die Beleuchtung ist an die jeweilige Raumnutzung anzupassen. In Fluren reicht beispielsweise meist ein Lichtniveau, das lediglich der Orientierung dient.

Tageslichtsensoren helfen, Sonnenlicht optimal zu nutzen. Sie messen die Helligkeit im Raum und entscheiden dann, ob sich die künstliche Beleuchtung an- oder ausgeschaltet. Einmal installiert, reguliert sich das Licht selbst, es herrscht stets ein konstantes Beleuchtungsniveau. Das spart nicht nur – je nach Raum- und Fenstergröße – bis zu 35 Prozent Strom, sondern entlastet darüber hinaus die Augen bei Büro- und Bildschirmarbeit.

Fazit

Effiziente Beleuchtung im Betrieb heißt Kostensenkung, das Sparpotenzial ist immens. Mit geringen Veränderungen und Maßnahmen kann bereits schnell viel gewonnen werden. Mit größeren entsprechend mehr. Die perfekte Beleuchtung spart Kosten und Energie und sorgt zudem für mehr Produktivität der Mitarbeiter.

Energiemanagementsystem
Energieeffizienz
Energieeffizienz

Vier Schritte zum Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001

Um die Energieflüsse in Unternehmen in Hinblick auf Energiequellen, Energieeinsatz und -verbraucher vollständig zu erfassen und die Effizienz aller Anlagen und Prozesse standardisiert zu bewerten, werden Energiemanagementsysteme eingesetzt. Die ermittelten Werte bilden die Grundlage für alle folgenden Maßnahmen zur Verbesserung die Energie-Effizienz.

Ein international anerkanntes Energiemanagement-Verfahren ist die Zertifizierung nach DIN EN ISO 50001 (International Organisation for Standardization). Dieses System ist nicht branchengebunden und eignet sich für große wie kleinere Unternehmen gleichermaßen. Außerdem kann es in bereits vorhandene Managementsysteme integriert werden.

Mit der Einführung eines solchen Systems erhalten Unternehmen einen hervorragenden Überblick über ihren Energieverbrauch und gleichzeitig alle notwendigen Fakten, um ihn gezielt zu reduzieren. Ersparnisse bis zu zehn Prozent im ersten Jahr nach der Einführung sind durchaus realistisch. Neben der Reduktion des Stromverbrauchs, können Unternehmen, die mehr als eine Gigawattstunde pro Jahr verbrauchen und bereits ein anerkanntes Energiemanagementsystem eingeführt haben, teilweise oder sogar ganz von der EEG-Umlage befreit sowie bei den Energiesteuern entlastet werden.

Ein Energiemanagementsystem spart nicht nur bares Geld – und erhöht damit die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Es leistet außerdem einen wertvollen Betrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Damit die Anstrengungen und Erfolge des Unternehmens beim Energiesparen kein Geheimnis bleiben, erhält es als „Belohnung“ ein offizielles Prüfzertifikat, das in der öffentlichen Wahrnehmung garantiert Anerkennung findet.

Vier Schritte zum Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001

1. Planung

In der Planungsphase benennt die Geschäftsführung einen Energiebeauftragten (oder ein Energieteam), der (das) den Verbrauch, die Kosten und die Produktion von Energie erfasst. Mit Hilfe der ermittelten Daten legen die Energiebeauftragten die Einsparziele schriftlich fest und kommunizieren sie im Unternehmen. Nur so können alle Mitarbeiter gezielt an der Erreichung der Ziele mitarbeiten. Sobald klar ist, wo wie viel Einsparpotenzial liegt, geht es an das „wie“. Dafür erstellen die Energiebeauftragten einen Aktionsplan, in dem sie genau festlegen, wie diese Ziele zu erreichen sind und welche Ressourcen die Geschäftsführung bereitstellen muss. Wichtig ist, dass dabei die Energieeinsparverordnung oder das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) berücksichtigt wird.

2. Umsetzung

Nun geht es an die Umsetzung des Aktionsplans. Um die Motivation der Mitarbeiter von Anfang an sicherzustellen, ist es sinnvoll, mit leicht zu realisierenden Maßnahmen anzufangen. Ein genau festgelegter Zeitrahmen für die einzelnen Schritte hilft, den Überblick zu behalten. Damit alle Mitarbeiter des Unternehmens stets auf dem neuesten Stand bleiben, ist es sehr wichtig, dass das Energieteam die genaue Vorgehensweise sowie sämtliche Ergebnisse regelmäßig dokumentiert und kommuniziert. Nebenbei bleibt so auch das Management, bei dem schließlich die Gesamtverantwortung liegt, ständig auf dem aktuellen Stand.

3. Überprüfung

Um herauszufinden, ob alle Maßnahmen korrekt umgesetzt wurden, sollte das Energieteam mindestens einmal jährlich ein internes Audit organisieren. Dabei vergleicht ein Mitarbeiter des Unternehmens, der sich mit dem Energiemanagementsystem auskennt, aber nicht aktuell damit befasst ist, oder ein externer Auditor die dokumentierten Energiedaten mit den definierten Zielen und überprüft, ob alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten wurden. So identifiziert der Auditor mögliche Schwachstellen des Systems. Die Ergebnisse des Audits übergibt er dem Management.

4. Verbesserung

Die Geschäftsleitung überprüft die einzelnen Schritte, bewertet die Ergebnisse aus dem Audit hinsichtlich Wirksamkeit und Eignung des Managementsystems und stellt fest, ob das Energieteam die in der Planungsphase gesetzten Ziele erreicht hat. Wurden sie nicht erreicht, muss das Energieteam entweder die Prozesse optimieren oder die Ziele neu festlegen.

Spitzenausgleich
Energieeffizienz
Energieeffizienz

Steuerentlastung fürs Energiesparen

Mit der ökologischen Steuerreform hat die Bundesregierung im Jahr 1999 den Faktor Energie höher besteuert. Im Gegenzug fließt ein Teil der entstehenden Einnahmen in die Rentenversicherung. So müssen Unternehmen zwar höhere Stromsteuern bezahlen, sparen aber bei den Versicherungsbeiträgen für ihre Beschäftigten. Damit produzierende Unternehmen, die besonders viel Strom verbrauchen und nur wenige sozialversicherungspflichtige Beschäftige haben, durch diese Regelung nicht benachteiligt werden, erstattet ihnen der Staat 90 Prozent der Differenz zwischen gezahlter Steuer und gespartem Rentenversicherungsbeitrag.

Mit diesem so genannten Spitzenausgleich fördert der Gesetzgeber die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. Voraussetzung für die Entlastung: Unternehmen müssen mit mehr als 1.000 Euro (Sockelbetrag) Steuern pro Jahr belastet sein und dürfen nicht bereits einen ermäßigten Steuersatz in Anspruch nehmen.

Rechenbeispiel:

Muss ein Unternehmen, auf das Jahr bezogen, 12.505 Euro Stromsteuern bezahlen, wird davon der Sockelbetrag in Höhe von 1.000 Euro abgezogen (= 11.505 Euro). Für 20 Arbeitnehmer bezahlt das Unternehmen 500.000 Euro in die Rentenversicherung ein. Die Differenz zum Arbeitgeberanteil beträgt 3.500 Euro (0,7 Prozent von 500.000 Euro). Die 3.500 Euro werden von den 11.505 Euro abgezogen. Von diesem Ergebnis (8.005 Euro) bekommt das Unternehmen 90 Prozent, also 7.204,50 Euro ausbezahlt.

Um diese Erstattung zu erhalten, müssen die Unternehmen einige Bedingungen erfüllen:

  • Einführung eines Energiemanagementsystems, z.B. nach ISO 50001 oder
  • Einführung eines Umweltmanagementsystems nach EMAS (Eco-Management and Audit Scheme)
  • Einreichen des Formulars 1450 zur Entlastung der Stromsteuer beim Hauptzollamt bis spätestens 31. Dezember des Folgejahres. Der Spitzenausgleich für das Kalenderjahr 2015 muss somit bis Ende 2016 beantragt werden.

Was müssen KMU (kleine und mittlere Unternehmen) tun, um die Erstattung zu erhalten?

  • KMU können Energieaudits nach DIN EN 16427-1 oder ein alternatives System gemäß Anlage 2 SpaEfV in Anspruch nehmen.
  • Dafür müssen sie bis zum Ende des Jahres einen Energieauditbericht (nach Anlage 1) oder einen Nachweis gemäß Anlage 2 der SpaEfV (Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung) einreichen.
  • Sie müssen eine Erklärung der Geschäftsführung einreichen, mit der diese nachweist, dass sie ein Energiemanagementsystem im Unternehmen eingeführt und einen Energieberater benannt hat.

Mit Hilfe von Energiemanagementsystemen will der Gesetzgeber sicherstellen, dass die Unternehmen ihren Energieverbrauch genau erfassen, Einsparpotenziale ermitteln und diese dann auch sinnvoll umsetzen. Ziel ist es, die Unternehmen dazu zu bewegen, ihren Energieverbrauch um 1,3 Prozent pro Jahr zu reduzieren (bzw. 1,35 Prozent ab 2018) – nur dann wird eine Rückzahlung gewährt. Falls das produzierende Gewerbe in Deutschland die Steigerung der Energie-Effizienz um 1,3 Prozent pro Jahr ab 2015 nicht erreichen sollte, kann der Spitzenausgleich sinken – oder sogar ganz entfallen.

Wie hoch kann Ihre Steuererstattung sein?

Hier können Sie schnell und einfach berechnen lassen, wie hoch Ihre Erstattung von Energiesteuern pro Jahr sein kann:

Zum Quick Check Erstattung von Energiesteuern

Gebäudehülle
Energieeffizienz
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Dämmen – natürlich mit Verstand

Alle Wohnimmobilien, die nach dem 1. Februar 2002 erworben wurden, müssen die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllen. Dazu gehört beispielsweise auch die Wärmedämmung der obersten Geschossdecke oder des Daches bis Ende 2015, wenn kein Mindestwärmeschutz vorhanden ist. Viele Hausbesitzer und -verwalter müssen sich also Gedanken über die Wärmedämmung ihrer Gebäudefassaden machen. Aber: Die Dämmpflicht des Daches entfällt für Eigenheime, die ab 2002 vom Eigentümer selbst bewohnt werden. Mieter hingegen können von ihrem Vermieter das Dämmen einfordern. Allerdings müssen nachträgliche Dämmmaßnahmen nur erfolgen, wenn die zu erwartenden Einsparungen die Investitionen rechtfertigen. Denn Dämmen ist nicht für jedes Gebäude sinnvoll und wirtschaftlich! Bei der Entscheidung ob und wie Sie dämmen, sollten Sie sich vorher genau über die Vor- und Nachteile informieren – und abwägen.

1. Was kann gedämmt werden?

Dach

Da Wärme immer nach oben steigt, ist es nicht überraschend, dass sie häufig über nicht gedämmte Dächer oder obere Geschossdecken ungewollt entweicht. 15 bis 20 Prozent der Heizenergie können so verloren gehen. Nach einer fachmännisch durchgeführten Dämmung können bis zu 180 Euro an Heizenergie im Jahr eingespart werden.

Fassade

Die Dämmung der Fassade ist mit hohem Aufwand und Kosten verbunden. Deshalb ist es sinnvoll, solche Sanierungsmaßnahmen mit anderen zu kombinieren – beispielsweise mit der Erneuerung der Fenster oder wenn sowieso ein neuer Anstrich fällig wird. Dann fallen auch nur einmal Kosten für das Gerüst an.

Die Kosten für die Dämmung hängen maßgeblich vom verwendeten Dämmmaterial, der Dämmtechnik und dem Aufwand ab. Demgegenüber stehen dann Energieeinsparungen von bis zu 20 Prozent. Vorsicht: Auf einer „neu verpackten“ Fassade können sich, falls sie falsch gedämmt wurde, Algen und Pilze bilden. Denn wenn die Wand „dicker“ gedämmt ist, kann es sein, dass sie nicht mehr vollständig vom Dach überdeckt wird und Nässe ungeschützt auf den Putz trifft. Pestizide im Putz sind dann auch keine langfristig sinnvolle Lösung. Und im Hausinneren droht Gefahr von Schimmelbildung, wenn das Lüftungsverhalten nicht entsprechend angepasst wird.

Keller

Über ungedämmte Keller gehen durchschnittlich fünf bis zehn Prozent der Heizenergie verloren. Ob nur die Kellerdecke oder auch die Kellerwände gedämmt werden, hängt davon ab, wofür der Keller verwendet wird. Dient er nur als Lagerraum, ist es unnötig, dessen Wände zu dämmen. Bis zu fünf Prozent der Heizkosten können bei fachmännisch durchgeführter Wärmedämmung eingespart werden.

2. Die Wahl des richtigen Dämmmaterials

Der ökologische Nutzen der Wärmedämmung hängt in hohem Maße vom verwendeten Material ab. Leider wird allzu oft preisgünstiges Polystyrol, besser bekannt unter dem Markennamen Styropor, verwendet. Dieses wird zum einen aus fossilem Mineralöl hergestellt, zum anderen wird es mit dem hochgiftigen Brandschutzmittel HBCD beschichtet, das inzwischen von der Stockholm-Konvention der Vereinten Nationen wegen seiner schädlichen Wirkung auf Mensch und Umwelt auf die Liste der verbotenen Chemikalien gesetzt wurde und ab August 2015 nicht mehr verwendet werden darf.

Ein weiteres Problem stellt die spätere Entsorgung des voluminösen Dämmmaterials dar, denn wegen der giftigen Beschichtung und der meist ebenfalls problematischen Klebstoffe kann Styropor nicht ohne Weiteres recycelt werden. Deshalb wird es in kontrollierten Verfahren als Sondermüll verbrannt. Was der Bauherr beim Material eingespart hat, zahlt er – oder ein späterer Hausbesitzer – dann bei der Entsorgung drauf ...

Energieeffizienz
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Natürliche Dämmmaterialien sind besser

Keine Probleme mit der Entsorgung gibt es bei den meisten Natur-Dämmmaterialien wie beispielsweise Seegras. Die angeschwemmten Seegraskugeln an den Mittelmeerstränden sind eigentlich ein Abfallprodukt, doch weil sie antiallergen, schimmelresistent und schwer entflammbar sind und zudem eine gute Wärmespeicherkapazität besitzen, werden sie seit Kurzem erfolgreich zur Dämmung verwendet. Ihre Entsorgung ist denkbar einfach: Das Seegras kann im Garten problemlos untergeharkt werden und dient dann noch als Dünger.

Sonstige ökologische Dämmmittel:

  • Cellulosedämmplatte
  • Celluloseflocken-Einblasdämmstoff
  • Hanfdämmplatte
  • Baumwoll-Dämmmatte
  • Baumwollflocken-Einblasdämmstoff
  • Glimmerschiefer-Schüttdämmstoff
  • Schaumglas
  • Flachsfaser-Dämmplatte
EEG-Umlage
Energieeffizienz
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EEG-Umlage: Das ist jetzt wichtig

Die Betreiber von Wind-, Solar-, Biomasse- oder Wasserkraftanlagen erhalten Förderung aus der Erneuerbare-Energien-Gesetz-Umlage (kurz: EEG). Die Verbraucher bezahlen sie direkt über den Strompreis, der zurzeit bei rund 29 Cent liegt. Erstmals seit ihrer Einführung im Jahr 2000 wird die EEG-Umlage im Jahr 2015 von bisher 6,24 Cent je Kilowattstunden auf 6,17 Cent je Kilowattstunde sinken. Grund: Das Umlage-Konto weist ein Plus von 1,38 Milliarden Euro aus. Zuständig für die Berechnung sind die vier Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland.

Um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland zu gewährleisten, sollen Unternehmen mit energieintensiver Produktion aber weiterhin von zu hohen Energiekosten entlastet werden. So sieht das im August 2014 aktualisierte Erneuerbare-Energien-Gesetz vor, dass diese Unternehmen auch künftig nur eine reduzierte EEG-Umlage entrichten müssen. Das sollten Sie beachten, damit Ihr Unternehmen entlastet wird:

1. Bedingung: Stromkostenintensives Unternehmen

Unternehmen, deren Umlage auf 15 Prozent begrenzt werden soll, müssen einer der in den Listen 1 oder 2 der aufgeführten Branchen angehören, und somit als stromkostenintensives Unternehmen definiert sein. Darüber hinaus müssen sie mindestens eine Gigawattstunde Strom im Jahr verbrauchen.

2. Bedingung:
Stromkostenintensität mindestens 16%

  • von mindestens 16 Prozent.
  • Unternehmen nach Liste 2 benötigen eine Stromkostenintensität von mindestens 20 Prozent.

Definition Stromkostenintensität

(nach: Statistisches Bundesamt, Fachserie 4, Reihe 4.3, Wiesbaden 2007, 3)

Die Stromkostenintensität stellt das Verhältnis der Stromkosten zur Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten dar. Die Bruttowertschöpfung umfasst – nach Abzug sämtlicher Vorleistungen – die insgesamt produzierten Güter und Dienstleistungen zu den am Markt erzielten Preisen und ist somit der Wert, der den Vorleistungen durch Bearbeitung hinzugefügt worden ist. Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten ist die Bruttowertschöpfung minus sonstige indirekte Steuern abzüglich Subventionen.

Stromkostenintensität = das Verhältnis der maßgeblichen Stromkosten zur maßgeblichen Bruttowertschöpfung.

Der Anteil der Stromkosten an der Bruttowertschöpfung muss bei Unternehmen der Liste 1 mindestens 16% betragen (17% ab 2016).


maßgebliche Bruttowertschöpfung = arithmetisches Mittel der Bruttowertschöpfung in den letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahren des Unternehmens.

maßgebliche Bruttowertschöpfung = (Bruttowertschöpfung 1. Jahr + 2. Jahr + 3. Jahr):3
                                    
maßgebliche Stromkosten: arithmetisches Mittel des Stromverbrauchs des Unternehmens in den letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahren.

maßgebliche Stromkosten = (Stromverbrauch 1. Jahr + 2. Jahr + 3. Jahr):3

3. Bedingung: Zertifiziertes Energiemanagementsystem

Die Unternehmen müssen ein zertifiziertes Energiemanagementsystem (EN ISO 50001 bzw. ein alternatives System) zur Verbesserung der Energie-Effizienz eingeführt haben. Für alle Unternehmen, die weniger als zehn Gigawattstunden verbrauchen, gilt im Jahr 2015 noch eine Übergangsregelung: Sie müssen kein zertifiziertes Energiemanagementsystem betreiben, wenn sie nachweisen können, dass die Einführung eines solchen Systems (noch) nicht möglich war.

4. Bedingung: Höchstgrenze der EEG-Umlage

Für die EEG-Umlage gilt außerdem eine Höchstgrenze: Sie darf maximal vier Prozent der Bruttowertschöpfung eines Unternehmens betragen. Bei Unternehmen mit einer Stromkostenintensität von mindestens 20 Prozent wird die Umlage sogar auf 0,5 Prozent begrenzt.


Stand der Informationen: Januar 2015

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