Hotels engagieren sich für mehr Energieeffizienz

Hotels engagieren sich für mehr Energieeffizienz

Freitag, 12. Mai 2017
Energie sparen

Energie- und Wärmebedarf in Hotel und Restaurant sind groß: Die Küche braucht Strom, sonst gelingt kein Braten, die Gäste wünschen wohl temperierte Zimmer, die Kühlung läuft auf Hochtouren, damit die Lebensmittel auch am nächsten Tag noch frisch sind. Waschmaschine, Spülmaschine, Licht – nichts funktioniert ohne Energie. Laut Deutschem Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) liegt der Energiekosten-Anteil in der Branche bei fünf bis zehn Prozent des Umsatzes. Längst hat der Verband eine Kampagne gestartet, um seine Mitglieder via Experten-Hotline und mittels Tipps und Aktionen aufzuklären, wie man Energie sparen, Strom und Wärme aber auch kostengünstig und ökologisch produzieren kann (siehe hier).

Tue Gutes und rede darüber

Entsprechende Anstrengungen schlagen sich nicht nur in einer niedrigeren Stromrechnung nieder und dienen der Umwelt, sondern wirken auch positiv auf das Image eines Betriebes. Matthias Meier, Referent für Marktforschung und Statistik bei der DEHOGA, betonte bereits vor Jahren in einem Interview mit der Allgemeinen Hotel- und Gastronomiezeitung: „Nicht selten ist der Nachweis des eigenen Umweltengagements inzwischen ein obligatorischer Bestandteil des Angebots und durchaus ein Kriterium für die Auswahl eines Hotels oder eines gastronomischen Betriebs“, (siehe hier). Fazit: Gutes tun ist gut. Man sollte aber auch darüber sprechen.

Wie gehe ich die Sache an?

Gut lässt sich die Thematik an einem Best-Practice-Beispiel demonstrieren: Wolfgang Sommer führt ein Familien-Hotel am Forggensee bei Füssen (Bayern). Neuschwanstein-Blick und Spezial-Angebote für Radfahrer und Wellness-Urlaub locken zwar Gäste. Nachdem der Hotelier aber seit einigen Jahren auf (eigenen) Ökostrom setzt, hat er festgestellt, dass es sich lohnt, sein Konzept eines nachhaltigen Hotels offensiv zu kommunizieren. Im Haus gibt es Infotafeln, die über den ökologischen Fußabdruck aufklären: 80 Prozent der benötigten Energie erzeugt Sommer mit Hilfe von zwei Blockheizkraftwerken und Photovoltaik selbst. Zugute kommt ihm ein Batterie-System, das überschüssigen Strom vorübergehend speichert. Die restlichen 20 Prozent an benötigter Energie bezieht der Allgäuer Hotelier bewusst von nahe gelegenen Wasserkraftwerken. Hotelgäste, die mit dem Elektroauto anreisen, dürfen umsonst Strom tanken. Sommer versucht, möglichst viele Gäste im persönlichen Gespräch auf seine Bemühungen aufmerksam zu machen. Daneben kommuniziert er sein Konzept ausführlich auf der Homepage und via Newsletter. Sommer: „Es hilft, Gäste noch stärker ans Haus zu binden. Die Sache zieht aber auch ein neues Gästeklientel an, das bewusst nach einem nachhaltigen Hotel sucht.“

Externe Unterstützung für nachhaltige Hotels

Engagierte Hoteliers und Restaurantbetreiber erhalten gegebenenfalls Hilfe von außen. So unterstützen zum Beispiel die Deutsche Energie-Agentur (dena) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in ihrem Projekt „Check-in Energieeffizienz“ Hotelbetriebe in Deutschland aus den unterschiedlichsten Kategorien bei ihren Bemühungen in Sachen energetischer Sanierung. Auffällig: Es geht nicht nur um Einspar-Effekte. Zwei der wichtigsten Ziele des Projekts lauten nämlich: „Multiplikator-Effekte auslösen“ und „Erlebnis Energieeffizienz“ und zielen darauf ab, die Maßnahmen öffentlichkeitswirksam zu kommunizieren und damit Gäste und Mitarbeiter zu gewinnen (siehe hier).

Kooperationen mit Tourismusverband

LNatürlich haben Hotel- und Restaurantbesitzer viel um die Ohren. Aber es lohnt sich, Eigeninitiative zu ergreifen und zum Beispiel eine Kooperation mit dem Tourismusverband vor Ort anzustreben. Dieser ist vielleicht ohnehin auf der Suche nach einem öffentlichkeitswirksamen Thema. Wie das konkret funktioniert, ist etwa im Buch „Tourismus in Nordhessen - Strategische Perspektiven eines klimaangepassten Tourismusangebotes in Nordhessen“ nachzulesen. Ein regionaler Tourismusverband kommuniziert dort die Energiespar- und Ökomaßnahmen eines Hotels, das gegenüber Urlaubsgästen, aber auch im B2B-Bereich auf Messen als Leuchtturm-Projekt dargestellt wird. Denn mittlerweile kommt es immer häufiger vor, dass zum Beispiel Firmen, die ihre Mitarbeiter für Seminare oder Ähnliches in einem Hotel unterbringen, Auskunft über den ökologischen Fußabdruck, den sie damit hinterlassen, haben wollen.

Aktiv auf Medien zugehen

Es zahlt sich unter Umständen auch aus, selbst auf Medien oder Blogger zuzugehen oder über Presseverteiler und Agenturen das nachhaltige Hotelkonzept zu kommunizieren. An dieser Stelle eignet sich wiederum ein praktisches Beispiel: das Biohotel Eggensberger in Hopfen am See. Es ist kein Zufall, dass es nur wenige Kilometer vom oben genannten Hotel Sommer entfernt liegt. Oft schaukeln sich benachbarte Betriebe, deren Besitzer eine ähnliche Einstellung haben, gegenseitig hoch, versuchen ökologische und energetische Dinge noch besser zu machen als der Mitbewerber. Um sich als erstes klimaneutrales Hotel im Allgäu zu positionieren, engagierte Betreiber Andreas Eggensberger einst eine PR-Agentur, die Pressemitteilungen zu seinem Konzept mit Blockheizkraftwerk, Sonnenstrom, Elektroautos für Gäste und Biogas-Tankstelle verschickte und interessierte Journalisten ins Haus brachte. Der Imagegewinn sei enorm gewesen, bilanziert der Hotelier.

E.VITA (be)rät

E.VITA berät Unternehmen aus dem Gastgewerbe dabei, wie sie ihre Energieeffizienz verbessern und bietet ihnen Tarife an, die speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Auf seiner Homepage stellt E.VITA zudem einen Energie-Check zur Verfügung, der eine erste Einschätzung in Sachen Energieverbrauch (im Branchenvergleich) ermöglicht.

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