Ein Schiff wird kommen … ohne einen Tropfen Treibstoff

Ein Schiff wird kommen … ohne einen Tropfen Treibstoff

Mittwoch, 03. Mai 2017
Auf ein Wort

Die 15 größten Schiffe der Welt stoßen laut NABU so viele Schadstoffe aus wie 750 Millionen Autos. 20 Millionen Tonnen Schwefeloxid werden Jahr für Jahr allein vom Schiffsverkehr in die Luft geblasen. Eine Alternative zu Schweröl und Diesel als Treibstoff für Tanker, Kreuzfahrtschiffe oder Yachten wäre also eine echte Entlastung der Umwelt.

Einmal um die ganze Welt – mit Sonne, Wind und Wasserstoff

Auch wenn längst wieder mit der uralten Idee des Segels experimentiert wird: Nur auf den Wind als Antrieb kann man sich nicht verlassen. Ein ehemaliges Wettkampfschiff – ein Katamaran – soll nun zeigen, dass es auch anders geht. Wie sueddeutsche.de berichtet, kauften zwei französische Tüftler das Boot und bauten es mit ihrem Team innerhalb von drei Jahren zu einem einzigartigen Wasserfahrzeug um: Die Energy Observer wurde ausgestattet mit Solarpanelen an Deck, zwei Windturbinen und zwei Elektromotoren.

Bild: Mathilde Basse via Wikimedia Commons
Bild: Mathilde Basse via Wikimedia Commons

Aus Meerwasser gewinnt die Mannschaft zudem mittels eines speziellen Verfahrens direkt an Bord Wasserstoff, der in Tanks als Energiespeicher dient. Diese Tanks speichern 20mal so viel Energie wie herkömmliche Batterien und sind dabei bedeutend leichter. Mit dieser Kombination aus Sonne, Wind und Wasserstoff ist das etwa 30 Meter lange und 30 Tonnen schwere Schiff völlig autark. Und dabei alles andere als langsam: Es erreicht bei voller Fahrt eine Spitzengeschwindigkeit von immerhin 78 Stundenkilometern.

Zur See und an Land interessant

Einmal rund um den Globus ohne einen Tropfen Treibstoff – das ist das ehrgeizige Ziel der Entwickler. Rund sechs Jahre soll die Reise der Energy Observer dauern. Um auf ihr Projekt aufmerksam zu machen, planen die beiden Visionäre über 100 Häfen weltweit anzulaufen. Die Weltreise wird zudem von einem Kamerateam dokumentiert und wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Denn das Verfahren hat nicht nur das Potential, die Seefahrt zu revolutionieren – auch in ganz normalen Haushalten auf dem Festland könnten Wasserstofftanks Energie speichern und bei Bedarf abgeben.

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