Darum wirken sich Elektroautos auf den Strompreis aus

Darum wirken sich Elektroautos auf den Strompreis aus

Freitag, 28. April 2017
Neuigkeiten vom Energiemarkt

Großer Wirbel um Elektrofahrzeuge in Deutschland: Laut Bundesnetzagentur muss das Stromnetz deutlich ausgebaut werden, damit die Ladesäulen für E-Autos genug Saft haben. Der Haken bei der Sache: Die Stromkunden bezahlen den Ausbau über Aufschläge auf den Strompreis. Laut Medienberichten machen Netzentgelte zum jetzigen Zeitpunkt bereits rund ein Viertel des Strompreises aus. Und sie könnten weiter steigen, so die Befürchtung von Verbraucherschützern. E.VITA bringt die Fakten auf den Tisch.

Warum müssen Stromkunden den Ausbau mitfinanzieren?

Da es sich um einen Ausbau des Stromnetzes handelt, ist die Sache nach jetzigem Stand klar: Alle Energieverbraucher in Deutschland werden daran beteiligt – und zwar indirekt über ihre Stromrechnung, in die die Kosten für den Netzausbau einbezogen sind. (Mehr zum Thema Netzentgelte). Andere Pläne zur Finanzierung der Anschlüsse für die Ladesäulen gibt es nach Angaben der Bundesnetzagentur derzeit nicht. Wenngleich die Bundesregierung per Förderprogramm 300 Millionen Euro für den Bau von 15.000 Ladestationen bereitgestellt hat, die unter Umständen auch den jeweiligen Anschluss mitabdecken können. Auch die Autoindustrie will sich offenbar am Ausbau beteiligen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BEDW) kann noch nicht beziffern, wie hoch die Kosten für den Netzausbau der Ladesäulen sein werden. Schon jetzt sind für den Ausbau der Netze (ohne Anschluss der Ladesäulen) 30 Milliarden Euro in den kommenden Jahren veranschlagt.

Ist ein massiver Ladesäulen-Ausbau überhaupt nötig?

Experten bezweifeln nicht, dass auf diesem Gebiet einiges geschehen muss. Die aktuelle Diskussion hängt aber mit einer Vorgabe der Bundesregierung zusammen, die am Ziel festhält, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die deutschen Straßen zu bringen. Bis 2030 sollen es sogar sechs Millionen Stück sein. Deswegen gibt es auch verschiedene Anreize wie die Befreiung von der Kfz-Steuer, die Verbesserungen bei der Dienstwagenbesteuerung und Fördermittel. Die zuletzt eingeführte Kaufprämie wird nach Branchenangaben kaum abgerufen. Auch deswegen kommt die Unternehmensberatung PwC – Pricewaterhouse Coopers zu der Erkenntnis, dass die Bundesregierung ihr Ziel nicht mehr erreichen kann. Die Berater gehen von bestenfalls 500.000 Elektroautos bis 2020 in Deutschland aus. Die Industrie sieht die Sache naturgemäß positiver: Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Automobilindustrie, betont in Interviews, dass die deutschen Autobauer ihr Angebot auf knapp 100 Elektromodelle bis 2020 erhöhen werden. „Daraus leiten wir die künftig steigende Nachfrage nach E-Autos ab.“

Behörde sieht Entwicklung eigentlich positiv

Grundsätzlich scheint der Ausbau der Ladestationen in Deutschland flott voranzugehen. In den vergangenen gut zwölf Monaten wurden der Bundesnetzagentur 1900 neue öffentliche Ladepunkte gemeldet. Auf der Behördenseite kann man eine interaktive Übersichtskarte mit mehr als 3000 Stationen abrufen, die ständig aktualisiert wird. In diesem Zusammenhang gibt sich Behördenchef Jochen Homann gegenüber der Deutschen Presseagentur sogar optimistisch: „Wir sehen die Entwicklung positiv. Insbesondere ist es erfreulich, dass die Anzahl an Schnellladepunkten stetig ansteigt.“ Vor allem diese Schnelllade-Stationen mit hohen Leistungen von bis zu 350 kW, die vor allem an großen Verkehrsachsen benötigt werden, stellen große Anforderungen an das Stromnetz. Technisch sind sie nach Angaben von Energieunternehmen unproblematisch. Aber der finanzielle Aufwand sei hoch. Das Beratungsgremium Nationale Plattform Elektromobilität geht davon aus, dass bis 2020 insgesamt 70.000 Ladepunkte und 7100 Schnelllade-Säulen notwendig sind, um zumindest die nötige Infrastruktur für die von der Bundesregierung angestrebte Zahl von einer Million Elektroautos zu schaffen.

Wie viele Elektrofahrzeuge sind eigentlich auf unseren Straßen unterwegs?

Laut Kraftfahrtbundesamt sind in Deutschland derzeit rund 45 Millionen Personenkraftwagen zugelassen, darunter lediglich 34.000 reine Elektroautos. Die Nachfrage sinkt: 2016 wurden 7,7 Prozent weniger Elektrofahrzeuge zugelassen als im Vorjahr. Eine Zunahme gab es allerdings bei Hybrid-Fahrzeugen – auch bei jenen mit Plug-in-Systemen, die ebenfalls Strom tanken können.

E.VITA ordnet die Dinge ein

E.VITA beleuchtet regelmäßig die Geschehnisse in der sich immer schneller drehenden Energiewelt und bietet seinen Kunden die nötige Einordnung der Dinge. So zum Beispiel auch bei weiteren Themen wie dem Ausblick auf das Energiejahr 2017.

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