Auch Gewerbetreibende können RLM-Messung beantragen

Auch Gewerbetreibende können RLM-Messung beantragen

Montag, 09. Juli 2018
Neuigkeiten vom Energiemarkt

Die Technik macht’s möglich: Große Industriebetriebe in Deutschland verfügen über spezielle Stromzähler, die vier Mal pro Stunde den Verbrauch messen und an den Netzbetreiber übermitteln. Das hat viele Vorteile: Das Unternehmen erhält ein Mal pro Monat eine exakte Abrechnung und hat den Verbrauch stets im Blick. Der Stromversorger nutzt die Daten, um ausreichend Strom und Leistung zur Verfügung zu stellen und das Netz damit zu stabilisieren. 

Richtig rund wird die Sache aber erst, wenn man als Unternehmen den passenden Versorger gefunden hat, der individuelle Tarife und Sonderkonditionen bietet. Auch Gewerbetreibende können individuell zugeschnittene Sondertarife erhalten. E.VITA erklärt, worauf zu achten ist.

Bei Großkunden wird alle 15 Minuten der Verbrauch gemessen

Betriebe, die jährlich mehr als 100000 Kilowattstunden Strom verbrauchen, gelten in der Branche als Großkunden. Sie müssen schon vom Gesetz her anders behandelt werden: So schreibt die Stromnetzzugangsverordnung für sie eine sogenannte registrierende Leistungsmessung (RLM) vor. Das heißt, alle 15 Minuten erfasst der Stromzähler die jeweilige Durchschnittsleistung in Kilowatt. Auch werden Werte wie die sogenannte Blindarbeit erfasst. 

 Diese Energie pendelt zwischen Verbraucher und Netz hin und her, ohne Maschinen anzutreiben, kann sich aber – je nach Stromanbieter – in der Rechnung des Großkunden niederschlagen. Außerdem liest der Netzbetreiber die RLM-Zähler über Mobilfunk, das Internet oder über das Stromnetz aus der Ferne aus, um ein sogenanntes individuelles Lastprofil zu erstellen, das er dem Stromanbieter monatlich übermittelt.

Vorteil der genauen Messung: exakte Kostenkontrolle

Es sind keine Schätzungen oder Ablese-Vorgänge vor Ort nötig, wie sie in Privathaushalten üblich sind. Der Anbieter übermittelt dem Großkunden mithilfe der gemessenen Werte eine „scharfe“ Monatsrechnung. Anhand des Lastprofils kann der Anbieter eine verlässliche Prognose erstellen, wann er dem Kunden wie viel Strom beziehungsweise Leistung zur Verfügung stellen muss. Auf der anderen Seite erhält der Großkunde eine äußerst transparente Abrechnung, die es ihm ermöglicht, bei unvorhergesehenen Abweichungen im Stromverbrauch einzugreifen. Dadurch kann er auch seine Stromkosten genauer kontrollieren und mithilfe von geeigneten Maßnahmen die Energieeffizienz erhöhen. 

Auch kleinere Betriebe mit einem Verbrauch unter der Marke von 100.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr können theoretisch eine RLM-Messung beantragen, wenn entsprechende Verbrauchsspitzen vorhanden sind. Eine Prüfung darüber führt der Netzbetreiber durch. Meist ist das Standardlastprofil-Verfahren (SLP) aber ausreichend, um den zu erwartenden Strombedarf von Gewerbetrieben oder mittelständischen Unternehmen zu ermitteln und somit deren Energieversorgung sicher zu stellen. Dabei wird mit statistisch und mathematischen Verfahren gearbeitet, um durchschnittlichen Verbrauchswert zu errechnen.

Stromversorgung: sichere Sache

Wir haben es ja bereits betont: Hinter den Zähl-, Mess- und Abrechnungsmethoden für Großkunden und Gewerbetriebe steckt eine Systematik, die letztlich auch einer gesicherten Stromversorgung dient. Netzbetreiber und Stromanbieter müssen wissen, wann der (Groß-)Kunde wie viel Energie verbraucht, damit die Versorgungsnetzwerke durch zu große Schwankungen nicht überlastet werden. Je größer der Verbrauch ist, umso wichtiger sind gesicherte und verlässliche Daten für die Kalkulation. Eine wichtige Funktion hat in diesem Zusammenhang auch das Netz, über das der Strom in die Unternehmen gelangt. In Deutschland gibt es vier Spannungsebenen bzw. Netze über die der Strom „transportiert“ wird. 

Fangen wir mal in der oberen Liga an, dem Höchstspannungsnetz: Es ist nötig, um zum Beispiel Windstrom von den Küsten in Norddeutschland Richtung Süddeutschland zu transportieren – also hohe elektrische Spannung ab 150 Kilovolt über weite Strecken. Das Hochspannungsnetz ist darunter angesiedelt und dient zur regionalen bis überregionalen Stromübertragung von elektrischer Spannung im Bereich zwischen 60 und 150 Kilovolt. In vereinzelten Fällen werden Unternehmen/Großverbraucher über eines dieser beiden Netze mit Strom versorgt. Standard für Industrie und Gewerbe ist nach wie vor, das Mittelspannungsnetz (1 bis 60 Kilovolt), das im Normallfall sehr gut vor möglichen Stromausfällen schützt. Haushalte mit der üblichen Spannung von 230/400 Volt hängen am Niederspannungsnetz.

Vorteil (Groß-)Kunde: individuelle Verträge 

Weil Industrie-Unternehmen, sprich Großkunden mit einem Stromverbrauch jenseits der 100000-Kilowatt-Marke, spezielle Bedürfnisse nicht nur in Bezug auf die eben angesprochene Sicherheit haben, gelten sie bei den Stromversorgern in der Regel als Sonderkunden, die individuell zugeschnittene Verträge, Tarife und Konditionen erhalten.

 Serviceorientierte Stromversorger bieten in solchen Fällen eine intensive telefonische Beratung und ein unkompliziertes Online-Formular. Mit der Anfrage sollten Interessenten zugleich ihr Lastprofil, ihre Jahresspitzenleistung und ihren Jahresverbrauch, aufgeschlüsselten nach Hoch- und Niedertarif übermitteln. Dabei geht es um Angaben zum Verbrauch in den Tagstunden (6 bis 22 Uhr) und in den Nachtstunden (22 bis 6 Uhr). Mehr dazu erfahren Sie in diesem E.VITA-Beitrag.

E.VITA (be)rät

E.VITA erstellt für Großkunden zügig und unkompliziert das passende Angebot. Weitere Infos hier. Auch Gewerbekunden genießen diesen besonderen Service, denn E.VITA offeriert passgenaue, individuelle Tarife. Informieren Sie sich in diesem E.VITA-Text über das Thema.

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